Fast 100 Personen aus Bürgerschaft, Gemeindeverwaltung und Lokaler AGENDA 21 haben sich am Samstag, 12. November 2011, im Unterhachinger Rathaus versammelt, um über die zukünftige Entwicklung der Gemeinde Unterhaching zu diskutieren und eigene Bewertungen abzugeben.
In den Arbeitskreisen „Siedlungsentwicklung“ und „Grünflächenentwicklung“ wurden die zentralen Fragen zur weiteren Entwicklung Unterhachings behandelt und ein Meinungsbild dazu aus Sicht der Bürgerschaft erarbeitet. Dieses Meinungsbild soll dem Gemeinderat eine wertvolle Hilfe für die Neufassung des Flächennutzungsplanes geben.
„Ich bin beeindruckt davon, wie sich die Bürger auch am vergangenen Samstag bei diesen zentralen Themen eingebracht haben“ bilanzierte Bürgermeister Panzer diesen Tag im Unterhachinger Rathaus. „Es wurde fast neun Stunden hart und ergebnisorientiert gearbeitet, dafür ein großes Komplement an alle Beteiligten“, so Panzer weiter.
Für viele Teilnehmer stand zunächst die Frage im Raum, ob Unterhaching überhaupt wachsen muss, auch dann wenn die Gemeinde und ihre Bürger dies eigentlich nicht wollen.
Der Vortrag von Marc Wissmann und Susanne Bauer vom Regionalen Planungsverband machte schnell klar, dass der Wachstumsdruck von außen kommt und die Gemeinde angesichts des bestehenden Baurechts letztlich nur Einfluss auf Tempo und Art des Wachstums nehmen kann. Einig war man sich schnell, dass das Wachstum eher gebremst als gefördert werden sollte. Ein Instrument der Steuerung ist die Ausgestaltung des Flächennutzungsplans, der im Jahr 2015 mit einem Planungshorizont bis 2030 erneuert werden soll.
Mit Hilfe von Experten, wie Bauamtsleiter Stefan Lauszat oder Landschaftsarchitketin Dr. Charlotte Reitsam sowie unter Anleitung der Moderatoren Simon Hötzl und Klaus Schulze-Neuhoff wurden die Teilnehmer in die Lage versetzt, vorbereitete Alternativstandorte von Grün- und Freizeitflächen, von vorhandenen Nachverdichtungsräumen oder auch von Optionen für die Neuausweisung von Baugebieten kompetent und getrennt nach unterschiedlichen Kriterien zu bewerten. Mit der Vergabe von Schulnoten pro Gebiet und Kriterium fühlten sich viele Teilnehmer gleich vertraut; die Errechnung von Durchschnittsnoten versetzte viele Teilnehmer in ihre Schulzeit zurück. Diese Arbeitsweise überzeugte am Ende die meisten Teilnehmer, war doch jeder eingebunden und die Ergebnisse für die Entscheidungsträger brauchbar und in sich schlüssig.
„Mit dieser Bürgerwerkstatt haben wir eine neue Qualität von Bürgerbeteiligung erreicht“, resümierte am Ende AGENDA-Sprecher Klaus Schulze-Neuhoff. „eine Qualität, die Bürger, in Stand setzt und dazu einlädt, aktiv und fachlich fundiert am Gemeinwohl ihrer Heimatgemeinde mitzuwirken.“
Die Ergebnisse und Unterlagen der Bürgerwerkstatt haben wir Ihnen am Seitenende zur Ansicht bereitgestellt. Die Ergebnisse der Kartenabfragen werden noch nachgereicht.